Ein Tag fängt an, und ehe du dich versiehst, ist er vorbei. Die To-do-Liste ist nicht kürzer geworden, eher länger. Gerade die Wochen vor dem Jahresende laden dazu ein, noch mehr zu tun: mehr besorgen, mehr Termine, mehr Treffen, mehr erledigen. Irgendwann merkst du, dass du nur noch hinterherläufst. Und dass du müde bist, obwohl du doch eigentlich nur funktionierst.
Ich kenne das gut. Deshalb hier drei kleine Wege, die mir helfen, für einen Moment anzuhalten.
1. Trink deinen Kaffee in Ruhe
Ob Kaffee oder Tee, das ist egal. Wichtig ist nur: Trink ihn, ohne nebenbei etwas anderes zu tun. Kein Handy, keine Mails, nicht einmal ein Buch. Setz dich hin, schau aus dem Fenster und lass die Gedanken kommen und gehen.
Für mich fühlt sich das an, als würde ich ein paar offene Tabs im Kopf schließen. Danach bin ich leichter und ruhiger, auch wenn es nur fünf Minuten waren.
2. Sag Nein
„Nein“ ist ein vollständiger Satz. Das klingt einfach. Für viele von uns ist es trotzdem eines der schwersten Wörter.
Was mir hilft: Jedes Nein ist gleichzeitig ein Ja zu etwas anderem. Wenn du eine Einladung absagst, weil du keine Kraft mehr hast, sagst du nicht Nein zu den anderen. Du sagst Ja zu deiner Ruhe. Und sehr oft ist ein Nein nach außen ein Ja zu dir selbst.
3. Komm in deinen Sinnen an
Das Wort Achtsamkeit hast du vermutlich schon oft gehört. Gemeint ist etwas ganz Schlichtes: Du nimmst wahr, was gerade da ist. Was siehst du? Was hörst du? Was riechst du? Was spürst du auf der Haut? Was schmeckst du?
Diese paar Fragen holen dich aus dem Kopf zurück in den Körper. Draußen geht das besonders leicht, weil es dort so viel wahrzunehmen gibt. Aber du kannst es überall machen, auch am Schreibtisch oder in der Schlange an der Kasse.
Es gibt unzählige Wege zu mehr Ruhe. Das Letzte, was du brauchst, ist ein weiterer Punkt auf deiner Liste. Du musst also nicht alle drei ausprobieren. Such dir einen aus, nur für diese Woche, und schau, was er mit dir macht.
Und wenn du merkst, dass hinter der Unruhe mehr steckt als ein voller Kalender, dann lass uns in einem Klarheitsgespräch in Ruhe darüber sprechen.
Geschrieben von Thorsten Enderlin
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